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Was macht eigentlich Shopping Center Services bei JLL? 3 Fragen an Anke Kaukars-Haverkamp

Die Nachfrage nach Shopping-Centern ist nach wie vor ungebrochen hoch. Mehr als jeder vierte Euro des Transaktionsvolumens im deutschen Einzelhandel ging im ersten Halbjahr 2017 auf das Konto der Center.

Vor allem gut frequentierte, moderne Immobilien in 1A-Lagen stehen auf der Einkaufsliste der Investoren. Problem: Es fehlt am entsprechenden Angebot. Viele Anleger blicken deshalb vermehrt auf Objekte, in denen – aufgrund ihres Standorts oder ihres Alters – noch Entwicklungspotenzial steckt. Und gerade das macht die Arbeit auf dem Shopping Center Markt so interessant, lassen sich doch hier Marktkenntnis und Management-Qualitäten mit kreativem Denken und wirtschaftlichem Überblick verbinden. Entsprechend vielseitig sind auch die Aufgaben im Management, Investment und Leasing. Welche Herausforderungen begleiten die tägliche Arbeit im Bereich Shopping Center? Welche Aufgaben kitzeln den Ehrgeiz? Wie funktioniert der Austausch zwischen den einzelnen Teams, um von den technischen Grundlagen über die Vermietung der Retail-Flächen bis zum Innendesign einen ganzheitlich funktionierenden Shopping-Center-Organismus sicherzustellen? Und wie stehen die persönlichen Entwicklungschancen? Anke Kaukars-Haverkamp, Head of Shopping Center Services, gibt einen praktischen Einblick. 3 Fragen – 3 Antworten:

Anke Kaukars Shopping Center

Anke Kaukars-Haverkamp
Head of Shopping Center Services

Wie sieht der Tag im Bereich Shopping Center aus – auch in der Zusammenarbeit zwischen den Teams?

DEN typischen Tag im Bereich Shopping Center gibt es nicht. Investment, Leasing, Management – jeder einzelne unserer Services hat seine ganz eigenen Schwerpunkte und auch innerhalb der Teams reicht die Spannbreite von Terminen vor Ort über Planungsarbeit bis hin zur Entwicklung neuer Centerkonzepte mit Kunden und Kollegen in übergreifenden Projektteams. Allen gemein ist der ständige und lebendige Kontakt zu unseren Kunden und Partnern, ob nun mit Mietern, Eigentümern, Käufern oder auch Interessensverbänden. Kommunikation wird bei uns groß geschrieben, was auch intern für eine gute, dynamische und gleichzeitig inspirierende Atmosphäre sorgt.

Und die brauchen wir auch. Denn wir analysieren jedes Center im Detail, um die richtige Strategie für genau dieses Asset zu finden. Vor allem das Asset Management spielt eine große Rolle, deutlich mehr Daten als für andere Arten von Immobilien müssen ausgewertet und die richtigen Schlüsse und Schritte aus ihnen gezogen werden. Neben Mietvertragslaufzeiten und Höhe der Mieten gibt es Informationen zum Einzugsgebiet, zu den Besucherzahlen, den Umsätzen und so weiter. Ein Verkaufsprozess für ein Shopping Center beispielsweise braucht etwa ein halbes Jahr und bindet meist alle unsere Bereiche mit ein.

Entsprechend hoch ist der Austausch zwischen den Teams. Und entsprechend haben wir uns aufgestellt. Wir haben die Bereiche Leasing, Investment und Management für Shopping Center gezielt in einer Plattform zusammen gezogen, damit alle eng zusammenarbeiten können. Spontan oder geplant – wir besprechen uns regelmäßig und brainstormen bei Projekten. Die besten Lösungen entstehen eben nicht alleine am Schreibtisch. Wir wollen die Shopping Center, die wir betreuen, ganzheitlich betrachten. Und arbeiten deshalb an den Standorten in Berlin und Frankfurt auch räumlich direkt zusammen.

Gerade Asien und die VAE setzen immer wieder neue Trends in Sachen Shopping Center, Food Courts usw. Wie eng ist der deutsche Shopping Center Bereich international verknüpft und inspiriert – unternehmensintern wie auch im Kontakt mit Kunden etc.?

Wir sind international eng verknüpft. Schon allein durch unsere Kunden, die auf der ganzen Welt aktiv sind. Hier ist unsere globale Präsenz von Shopping Center Experten nicht nur ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, sondern kommt uns auch in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden genauso wie in der unternehmensinternen Weiterentwicklung zugute. Wir haben ein europäisches Leasing Board, das sich um die Vernetzung der unterschiedlichen Teams kümmert. So können wir viele Brands beim Markeneintritt in ein neues Land exklusiv und marktgerecht betreuen. Erfahrungen zur Auswirkung neuer Trends auf das Shopping Center Geschäft nehmen wir aus „Vorreiter-Ländern“ dabei immer wieder für eigene Projekte mit. In Großbritannien sind wir Marktführer im Shopping Center Management. Gerade hier ist uns der E-Commerce um Meilen voraus. Optimal, um zu lernen.

Gute Englischkenntnisse, die man auch gerne täglich anwendet, sind eine Grundvoraussetzung, wenn man erfolgreich bei uns einsteigen möchte. Was man garantiert zurückbekommt sind der Blick über den Tellerrand, der Austausch mit interessanten Menschen und der Einblick in andere Arbeitskulturen und -weisen.

Wie sah und sieht dein eigener Werdegang bei JLL aus? Was motiviert dich täglich? Mit welchen Herausforderungen siehst du dich und den Bereich Shopping Center Services in Zukunft konfrontiert?

Ich selbst bin bereits seit mehr als zehn Jahren „JLL’ler“. 2006 wechselte ich von einer Immobilientochter der Deutschen Bank (heute: Deutsche Asset Management) ins europäische Shopping Center Investment Team im Londoner JLL-Büro, was optimal war, um den Markt aus länderübergreifender Sicht zu durchdringen und viele internationale Kontakte – zu Kunden und Geschäftspartnern wie auch bei JLL selbst – aufzubauen. Zwei Jahre später zog es mich zurück in meine Heimat, wo ich das deutsche Shopping Center Investment Team aufbauen durfte. Eine herausfordernde und spannende Aufgabe, die sich gelohnt hat. Heute sind wir in diesem Bereich Marktführer und haben das größte Team von Shopping Center Experten in Deutschland. Nach meiner Elternzeit 2014 kam die Verantwortung auch für das Shopping Center Management und das Leasing dazu und ich konnte, wie gesagt, alle drei Shopping Center Bereiche zu einer untereinander verknüpften Plattform zusammenziehen und etablieren.

Die Möglichkeit, immer wieder einen Schritt voranzugehen und meine Verantwortlichkeiten auszuweiten, hat mich nicht nur im Jobprofil weitergebracht, sondern auch persönlich. Neues zu lernen und nicht stillzustehen ist meine größte Motivation. Mein Job fordert mich – und das macht mir Spaß. Genauso das Arbeiten im Team. Denn am meisten lernt man durch Andere, durch seine Kollegen. Und dadurch, dass man die Augen offenhält für neue und künftige Entwicklungen. Der Einzelhandel steht jetzt erst am Anfang tiefgreifender Veränderungen – nicht nur durch die zunehmenden Anteile des Online-Handels, sondern insbesondere auch durch das geänderte Konsumentenverhalten und völlig neue Kundenanforderungen. Dadurch ergeben sich auch für uns spannende und knifflig-herausfordernde Themen rund um alternative Mieterstrukturen und Shopping Innovation: Food & Beverage, Leisure, Atmosphäre, Customer Journey, der Einfluss von Social Media, Last Mile Delivery und Omni Channel sind nur einige der Schlagworte, die uns derzeit und vermehrt beschäftigen.

Langweilig wird es im Shopping Center Bereich nie – und ich bin ja immerhin schon ein ganzes Jahrzehnt dabei.


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