3 Fragen an... | Retail

Weihnachtsdekoration im Einzelhandel: Wie kommt der Schmuck eigentlich an die Wand?

Wenn es auf Weihnachten zugeht, sieht man das nirgendwo so früh und deutlich wie im Einzelhandel. Ob schlichte Lichterketten und Sterne oder volldurchdachtes Gesamtkonzept mit gewaltigen Lichtspielen und Skulpturen: In der Retail-Branche blinkt und leuchtet es schon Wochen vor dem frohen Fest. Was die Kunden meist als gegeben wahrnehmen, bedeutet für Einzelhändler einen gewaltigen Aufwand. Und so mancher steckt auch jede Menge Herzblut in die Weihnachtsdekoration.

Robert Klemm vor Weihnachtsdekoration

Robert Klemm, JLL Senior Center Manager

Kein Wunder, denn die feierliche Deko ist für den Einzelhandel das „wichtigste Schmuckstück für die umsatzstärkste Zeit“, sagt Robert Klemm, JLL Shopping Center Manager im Wiesbadener Liliencarré. Sie weckt positive Emotionen und bringt den Kunden ein Stück Kindheitserinnerung zurück. Aber wie kommt der Weihnachtsschmuck eigentlich in die Einzelhandelsflächen? Und was passiert mit der Deko nach der Weihnachtssaison? Dazu beantwortet uns Robert drei Fragen.

Viele Weihnachtsdekorationen sind regelrechte Gesamtkunstwerke. Wie entsteht dieses Design?

Klemm: Eigentlich wie die meisten kommerziellen Designs, man beauftragt eine Agentur. Normale Schauwerbegestaltung reicht hier in der Regel nicht, denn für die Deko eines ganzen Centers muss man im Raum denken können, vergleichbar mit einem Architekten. Häufig wird ein Designkonzept sogar noch weit vor dem Bau eines Shopping Centers beauftragt. Dann erhält man verschiedene Vorschläge, man wählt aus, passt an, schließlich wird die gesamte Dekoration produziert und angeliefert.

Und wie kommt die Dekoration dann auf die Flächen, an Decken und Wände?

Klemm: Bei uns übernimmt das zunächst die beauftragte Agentur. In dieser Branche ist es durchaus üblich, dass auch die entsprechenden Dienstleister gestellt werden. In den Folgejahren lassen wir den Markt entscheiden. Wir suchen den Anbieter, der am besten für uns passt – was natürlich wieder die ursprüngliche Agentur sein kann. In manchen Einzelhandelsimmobilien übernehmen das auch eigene Mitarbeiter. Bei komplexer oder großer Weihnachtsdeko, wie sie zum Beispiel draußen an Außenwänden angebracht wird oder an Decken, würde ich selbst allerdings davon absehen. Das sind schwierige Arbeiten, bei denen Dekorationen auch schnell beschädigt werden. Wir überlassen das lieber den Profis. Das gilt natürlich auch für den Abbau.

Gutes Stichwort. Ich habe mich gefragt, was denn eigentlich nach der Festsaison mit der Weihnachtsdeko geschieht. Man wirft sie ja sicher nicht weg?

Klemm: Nein, natürlich nicht. Weihnachtsdekorationen für Retail werden normalerweise für mehrere Jahre angeschafft. Daher ist es auch so wichtig, sie beim Abbau und beim Lagern pfleglich zu behandeln. Sie wird nach einem ausgeklügelten System verpackt und verstaut. Und zwar so, dass man sie im Folgejahr in der bestmöglichen Reihenfolge wieder entpacken und anbringen kann. Manche Shopping Center, so wie wir, lagern die Dekoration selbst, manche Retailer lassen sie abtransportieren und anderswo unterbringen. Das ist auch eine Frage der Kosten und der individuellen Möglichkeiten vor Ort.

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