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Immobilienmarkt Deutschland: Stabile Renditen locken Investoren aus Asien

Auf dem deutschen Gewerbeimmobilienmarkt jagt ein Rekord den nächsten. In der Assetklasse Büro zum Beispiel erreichte das Transaktionsvolumen 2018 29,6 Milliarden USD. Gut fünf Milliarden mehr als noch im Jahr zuvor und mehr als 15 Milliarden über dem Zehnjahresschnitt. Das Kapital für diese Deals kommt zunehmend aus dem Ausland. Beim grenzüberschreitenden Investmentvolumen waren 2018 drei deutsche Städte unter den Top 10, allen voran Frankfurt am Main. 4,46 Milliarden USD legten internationale Investoren in Gewerbeimmobilien der Mainmetropole an, noch einmal 77 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch der Münchner Immobilienmarkt erfreut sich international großer Beliebtheit. Das grenzüberschreitende Transaktionsvolumen verdreifachte sich 2018 sogar auf rund 3 Milliarden USD. Und Berlin verzeichnete zwar einen deutlichen Rückgang, platzierte sich in der Rangliste aber immer noch auf Platz 9. Die Hauptursache für den deutschen wie auch internationalen Immobilienboom bleibt konstant: Ein anhaltend niedriges Leitzinsniveau in relevanten Wirtschaftsregionen der Welt lässt Investoren, die auf berechenbare und stabile Renditen setzen wollen oder müssen, gegenüber der Anlage „in Beton“ so gut wie keine Alternativen.

Verlässlichkeit in unsicheren Zeiten

So lag zum Beispiel die Spitzenrendite für Büroimmobilien Ende 2018 rund 2,8 Prozentpunkt über der Umlaufrendite für langfristige Staatsanleihen der Bundesrepublik. Und gemessen an der DAX Performance ließ sich in den zurückliegenden Jahren zwar zeitweise eine höhere Rendite am Kapitalmarkt erzielen, man setzt sich damit allerdings auch der entsprechenden Volatilität aus – oft genug performte der DAX in der nahen Vergangenheit auch deutlich unter der Bürospitzenrendite. Zudem haben sich die deutschen Immobilienmärkte gegenüber den geopolitischen Verwerfungen der vergangenen Jahre als weitgehend immun erwiesen.

Marcus Lütgering, Head of Office Investment JLL Germany
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Singapur global an der Spitze

Diese Verlässlichkeit lockt ausländische Immobilieninvestoren, vor allem aus dem asiatisch-pazifischen Raum. 28 Prozent des europäischen Kapitals stammt aus dieser Region, davon wird eine maßgebliche Größe in Deutschland investiert. Südkorea lag dabei 2018 mit 1,35 Milliarden US-Dollar in Deutschland ganz vorn, dicht gefolgt von Singapur mit 1,25 Milliarden. Der Inselstaat war im Vorjahr in Sachen Immobilien auch global der stärkste Kapitalexporteur. Erheblich zurückgegangen sind dagegen weltweit chinesische Investments, die um 84 Prozent fielen – maßgeblich verursacht durch staatlich auferlegte Kapitalkontrollen und andere regulatorische Auflagen.

Immobilieninvestments bleiben attraktiv

Wird Deutschland auch in Zukunft ein attraktiver Standort für ausländische Immobilieninvestoren bleiben? Marcus Lütgering, JLL Head of Office Investment Germany, ist sich in dieser Sache sicher: „Studien zeigen, dass z.B. für asiatische Investoren eine stabile Rendite das stärkste Argument für einen Immobilienstandort ist. In dieser Hinsicht hat sich Deutschland als sicherer Hafen für ausländisches Kapital erwiesen“. Und dessen Attraktivität könnte noch weiter zunehmen. „Nach wie vor sind etwa deutsche Büroimmobilien im internationalen Vergleich unterbewertet, das betrifft Spitzenmieten ebenso wie Kapitalwerte. Die anhaltend hohe Nachfrage wird hier noch Potenzial realisieren können.“ Gleichzeitig macht die derzeitige makroökonomische Entwicklung in Europa eine spürbare Anhebung der Zinsen eher unwahrscheinlich. Weiterhin gibt es also gute Argumente für Immobilieninvestments in Deutschland.

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