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Immobilienvermarktung online: Wo wir herkommen und wo es hingeht

Die gängigen Immobilienportale haben viel gemeinsam. Sie alle bieten dem Nutzer eine einfach bedienbare Suchfunktion nach Geografie mit unterschiedlichen Suchfiltern. Dazu eine immer facettenreichere Kartensuche mit Features wie visuell hervorgehobenen Stadteilen oder der virtuellen Straßenbegehung. Natürlich werden die Immobilienangebote auf den Objektdetailseiten möglichst ansprechend präsentiert. Hochauflösende Objektfotos, 3D-Grundrissmodelle, virtuelle 360 Grad-Rundgänge und Drohnenvideos trennen die Spreu vom Weizen. Was heute dieser Standard der Online-Vermarktung ist, hätte sich 1990 wohl noch niemand so vorstellen können: In diesem Jahr wurde einer der entscheidenden Grundsteine für das Internet gelegt, wie wir es heute nutzen.

Der erste Webbrowser überhaupt hieß, wie sollte er anders heißen, „WorldWideWeb“. Entwickelt wurde er am CERN von Tim Berners-Lee. Die Geburtsstunde von dem, was wir heute als „Surfen im Internet“ verstehen. Mit der Einführung von HTML folgten weitere Browser, mit denen sich vermehrt Elemente wie Grafiken oder interaktive Schaltflächen darstellen ließen. Mitte des Jahrzehnts betraten dann Javascript und Java die Bühne, etwa zur gleichen Zeit erblickte auch der Internet Explorer das Licht der Welt. Langsam kam es zum kommerziellen Durchbruch und immer mehr Menschen surften im Web. Die Einführung von Flash, Ende der 1990er, revolutionierte die Darstellung multimedialer Inhalte dann endgültig. 2004 wurde die erste Version des Browsers Fire Fox veröffentlicht, erst im Dezember 2008 folgte Google mit Chrome.

Kaum noch zu glauben, wie das Internet der 90er aussah

Seither hat sich enorm viel getan in Bezug auf die Funktionalitäten und die Darstellung von Websites. Wo man Anfang der 1990er mit rein textbasierten Websites Vorlieb nehmen musste, sind heute Standards wie Parallax Scrolling oder eingebettete Videos etabliert. Mit dem riesigen Internetarchiv „Wayback Machine“ ist eine Reise zurück in die Vergangenheit einzelner Websites möglich. So kann man sich leicht vergegenwärtigen, welchen gewaltigen Weg viele kommerzielle Seiten im Laufe der Zeit hinter sich gebracht haben.

Hardware hat sich so rasant entwickelt wie das Netz

Zwei Dinge haben alle Websites gemeinsam: Erstens folgen sie einer vordefinierten hierarchischen Seitenstruktur, durch die einzelne Unterseiten angeordnet werden. Und zweitens rufen Nutzer sie über Web-Browser oder mobile Apps auf, die den Zugang über ein physisches Endgerät erfordern: in der Regel geschieht dies stationär über einen PC, quasi-stationär am Notebook oder mobil per Smartphone bzw. Tablet. Gerade die mobile Nutzung hat in den vergangenen Jahren einen starken Einfluss auf die Darstellung von Websites ausgeübt. Immerhin verfügt die überwiegende Mehrheit der Deutschen heute über ein Smartphone, vor nicht einmal zehn Jahren waren es nur rund 6 Prozent. Auch diese leistungsstarken Taschencomputer blicken wie das Internet auf eine rasante Evolutionsgeschichte zurück. Die Einführung des ersten PC kann man mit dem „Kenbak-1“ auf das Jahr 1971 datieren. 29 Jahre danach, mit der bahnbrechenden Markteinführung des ersten iPhones im Jahre 2007, wurde das Internet den Menschen quasi in die Hand gegeben.

Mobilnutzung verändert Websites und Vermarktungsstrategien

Als Ergebnis ist die Darstellung von Website-Inhalten heutzutage in der Regel „responsiv“. Die Darstellung passt sich also an die unterschiedlichen Bildschirmabmessungen von Monitor, Tablet oder Smartphone an. Die vom Smartphone angestoßenen Entwicklungen gehen aber noch weit darüber hinaus. Daten der mobilen Nutzung wie etwa der aktuelle Standort nehmen Einfluss darauf, wie Websites und Apps mit uns interagieren. Google Maps etwa verknüpft die angezeigten Inhalte mit Ort- und Zeitvariablen eines einzelnen Anwenders.

Das hat Folgen auch für Vermarktungsstrategien. Ein Beispiel: Der Starbucks am Frankfurter Hauptbahnhof ist morgens am besten besucht, hingegen am Börsenplatz in der Frankfurter Innenstadt liegen die Peak-Zeiten eindeutig abends um 19 Uhr herum. Dies verrät mir sofort der Google Places Eintrag in Maps. Natürlich weiß Google dieses Wissen auch zu verknüpfen. So würde ich als Berufspendler, der gerade in den Frankfurter Hauptbahnhof einfährt, mit höherer Wahrscheinlichkeit auf den Hinweis zum Starbucks um die Ecke auf meinem Smartphone reagieren als um 10 Uhr, wenn ich gerade meine E-Mails am Arbeitsplatz bearbeite. Und sollte ich in Frankfurt arbeiten und leben, so bin ich eventuell einer der Kunden, die Starbucks auch abends aufsuchen. Dann habe ich aber mit Sicherheit kein Interesse daran, alternativ um 19 Uhr zum Hauptbahnhof zu fahren.

Kontextbezogene Informationen werden auch in der Immobilienvermarktung der Zukunft eine gewaltige Rolle spielen. Was hier heute Stand der Technik ist, wird uns schon in wenigen Jahren reichlich veraltet erscheinen – so wie die Websites aus den 1990ern heute.

Wohin die Reise gehen könnte: Teil 2 unseres Blogs zur digitalen Immobilienvermarktung.

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