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Drei „III“ für Düsseldorf

Was kennzeichnet relevante Entwicklungen des Düsseldorfer Immobilienmarkts bis 2020? Wesentlich sind dies „3 I“:

  1. Infrastruktur
  2. Internationalität
  3. Innovation

„Infrastruktur“

Natürlich ist es von Vorteil, dass in Düsseldorf bald auch der letzte und größte Kö-Bogen-Tunnel eröffnet wird und in rund einem Jahr auch die neue U-Bahn ihren Betrieb aufnimmt. Aber es gibt auch eine immobilienwirtschaftliche Infrastruktur, die Entwickler und Vertreiber von Immobilien diskutieren. Ein Schlagwort wird dabei immer wichtiger: New Work.

Was ist damit gemeint?

Nicht an jedem Standort muss jede Art von Arbeitsplatz vorgehalten werden. So ist innerhalb des tertiären Sektors immer öfter der Trend vom „Wissens- zum Solutions-Worker“ zu beobachten. Er verknüpft die unterschiedlichen Informationen und Wissensquellen miteinander und findet kreative Lösungsansätze. Deren wichtigster Treiber ist die Offenheit, das Denken in Netzwerken, in denen die „Weisheit von Vielen“ zusammengeführt wird.

Für Düsseldorf heißt dies, dass wir Orte aufladen oder Emotionen anbieten müssen. Denn die Anforderungen der Wissensarbeiter können andernorts oft schneller, flexibler und günstiger angeboten werden. Bei den „Solutions-Workern“ aber ändern sich räumliche und zeitliche Aspekte der Arbeitsstrukturen. Co-Working bedeutet in diesem Zusammenhangweit mehr als die räumliche Zusammenarbeit – es ist vielmehr die geistige Zusammenarbeit. Die Welt der festen Arbeitsplätze auf zugewiesenen Büroetagen ist in dieser Solution-Wirklichkeit schon lange passé.

Ebenso entstehen in diesem Umfeld neue Angebote Dritter, deren Charakter in ihrer Flexibilität den Solutions-Wirklichkeiten wesensverwandt ist. Während es in vielen Städten Pop-up-Stores gibt, hat der Trendsetter London 2011 gleich eine ganze „Pop-up-Mall“ eröffnet – gebaut aus Überseecontainern nach dem Motto „unique“: also einzigartig bei low cost und low risk.

In der „Box-Park-Mall“ gibt es Mode- und Lifestyle-Brands, Galerien, Cafés und Restaurants. Man stelle sich vor, so etwas gäbe es im Quartier M oder N, in Flingern-Süd oder Düsseldorf-Nord, in Lierenfeld auf dem Duewag-Gelände – oder auf einer anderen Brachfläche in der Stadt.

Düsseldorf sollte den Mut haben zu neuen attraktiven Formen der Urbanität, die die Aura des Improvisierten und Unfertigen haben. Diese Aura zieht das kreative, das lokale wie das internationale Publikum an.

„Internationalität“

Ohne den weiteren Zuzug hochqualifizierter Menschen wird es kein Wachstum geben. Ob eine stark alternde Gesellschaft eine ausreichend hohe Innovationsdynamik entfalten kann, statt im Status quo zu verharren, ist fraglich. Düsseldorf bringt für eine gute Entwicklung viel mit: die zentrale Lage, die gute Infrastruktur, ein breites Schul-, Bildungs- und Versorgungsangebot und ein unverkrampfter Umgang mit Sicherheitsfragen. Bei unseren internationalen Besuchern kommt etwa gut an, dass offensiv auf Plakaten vor Taschendieben gewarnt wurde.

Allesamt sind dies gute Argumente in einem Kontinent, der sich vom „Europa der Länder“ zu einem „Europa der Städte“ entwickelt.

Obgleich „nur“ eine Landeshauptstadt im polyzentrischen Deutschland ist, kann Düsseldorf mit weiteren Marketingmaßnahmen sicherlich mehr aus seinen Standortvorteilen machen und einige Kapitalen Europas hinter sich lassen.

„Innovation“

Wir sollten angesichts des demografischen Wandels und der Anforderungen an unsere Stadtquartiere Lebenszyklen von Gebäuden und mögliche Nachnutzungen offensiver zum Thema in der Stadtentwicklung machen.

Wenn jetzt über den Neubau von Schulen diskutiert wird, ließe sich beispielsweise in Betracht ziehen, mit unterschiedlichen Deckenhöhen und flexiblen Grundrissen zu bauen. Warum soll aus einem Erdgeschoss nicht später eine Retailfläche werden und obendrüber wird gewohnt? Warum sollte ein zukünftiger Büro-Campus nicht von vornherein offen sein für andere Nutzungen zu einem späteren Zeitpunkt? Dies ist sicher ein Mega-Trend: der nicht-nachhaltige Konsum sollte eingedämmt werden!

Düsseldorf wäre ein guter Standort, um Kompetenz in diesen Fragen zu bündeln. Wir haben eine kreative Fachhochschule und einige der fähigsten Architekten Deutschlands in der Stadt. Warum wird das erste Haus in Europa, das ein 3D-Drucker baut, in Italien errichtet? Ein faszinierendes Verfahren, das in China bereits angewendet wird. Ein Drucker baut in einem Monat bis zu 10.000 m² umbauter Fläche. In Italien, dem Land des guten Designs, wird dem Beton Marmorstaub beigemischt, der auch die Festigkeit des Baustoffs erhöht. Michelangelo würde seine Freude an diesem Verfahren haben…

Düsseldorf hat das Potenzial, sich national und international abzusetzen. Sprechen nicht nur darüber. Tun wir’s!

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