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Olympia 2024 in Berlin – Ein Sieg für die Immobilien

Am 21. März fällt die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), welche deutsche Stadt ins Rennen um die Olympischen Sommerspiele 2024 geschickt werden wird. Sowohl Berlin als auch Hamburg haben sich beworben, dieses Großereignis auszurichten. Eine der beiden Städte tritt dann im Sommer 2017 gegen Boston, Paris, Rom und Istanbul um die Austragung der Spiele an. Im Erfolgsfall wäre Berlin während der Spiele im Fokus der internationalen Berichterstattung. Eine einmalige Chance für die Spreemetropole, langfristige Impulse für die Stadtentwicklung zu generieren.

Auch für die Berliner Immobilienwirtschaft wird die Entscheidung des DOSB von großer Bedeutung sein. Zwar wird es im Hinblick auf konkrete Immobilienmarktkennziffern kaum darum gehen, dass das Vermietungsvolumen und Mieten steigen oder die Leerstände sinken werden. Aber viele bereits bestehende Entwicklungen würden ohne Olympia länger dauern und könnten durch Olympia dynamisiert werden: ein Sieg also für die Immobilien der Hauptstadt.

Auf den Büromarkt wird Olympia am deutlichsten bei den Fertigstellungen einwirken. In den letzten sechs Austragungsstädten – Barcelona (1992), Atlanta (1996), Sidney (2000), Peking (2008) und London (2012) – stiegen die Bürofertigstellungen bis zum Zeitpunkt der Spiele deutlich an; in Atlanta, London und Barcelona wirkten sich die Spiele sogar noch im zweiten Jahr danach signifikant auf das Volumen aus. In Berlin könnte insbesondere das noch zarte Pflänzchen des spekulativen Baugeschehens auf dem Büromarkt durch Olympia endlich an Fahrt aufnehmen. Es muss aber auch konstatiert werden, dass Olympia eher eine verstärkende Wirkung auf das jeweils aktuelle Baugeschehen hat. Dessen gebaute Ergebnisse müssen freilich auch langfristig ihre Nutzer finden. Erst dann ist letztlich ein Urteil über Sieg oder Niederlage möglich. Teilnehmen allein ist in punkto Maßstab des Erfolgs zu wenig. Daher ist auch die Imagewirkung von Olympia nicht zu unterschätzen. Diese Wirkung konnte etwa bei der Fußball-WM 2006 in ganz Deutschland beobachtet werden, als der skeptische Blick vieler Investoren auf Deutschland und insbesondere auf Berlin aufgehellt wurde. Deutlich wurde der Imagewandel auch in Barcelona, wo ein altes unattraktives Hafenviertel in ein belebtes Geschäfts- und Wohnquartier umgewandelt wurde. Solche Vorzeigeprojekte kann es auch in Berlin geben. Mit Sicherheit werden keine Wolkenkuckucksheime errichtet werden, aber die bestehenden Entwicklungsareale Europaviertel, Mediaspree oder auch das Areal des Flughafen Tegels werden durch die Spiele weiteren Aufwind erhalten.

Apropos Flughafen: sollte Berlin die Olympischen Spiele bekommen, ist der Druck auf die Politik groß, das größte Infrastrukturprojekt der Republik endlich zu Ende zu führen und den BER auch eng mit der Stadt zu verbinden. Auf dem alten Flughafen in Tegel soll dann das Olympische Dorf errichtet werden mit der Option einer anschließenden Entwicklung zu einem Technologiepark als Aushängeschild für die dringend benötigten industriellen Arbeitsplätze.

Die Stilllegung des Flughafens und Einbindung dieses Areals in das öffentliche Transportsystem in Berlin ist auch für die Immobilienwirtschaft von großer Bedeutung. Bisher ist Tegel weder durch die U- noch durch S-Bahn angeschlossen. Lärm und Abgase schränken zudem die Entwicklung auf dem Wohnimmobilienmarkt im eigentlich grünen und attraktiven Nordwesten Berlins stark ein, wo doch Wohnraum so dringend benötigt wird. Letztendlich kann davon ausgegangen werden, dass in sämtlichen Arealen von Pankow im Osten bis Spandau im Westen die Wohn-Attraktivität steigen wird. Das heißt allerdings auch, dass Kauf- und Mietpreise in diesen Arealen weiter anziehen werden.

Nicht zu unterschätzen ist insbesondere in Berlin der Umlandeffekt von Olympia – auch hier maßgeblich beeinflusst durch die Imagewirkung und die Infrastrukturmaßnahmen. Eine verbesserte infrastrukturelle Anbindung an Potsdam, als möglichem Ort für das Dressurreiten, an Rostock für die Segelwettbewerbe oder auch an Cottbus, Dresden, Magdeburg und Leipzig als Austragungsstätten für das olympische Fußballturnier würden den ganzen Osten Deutschlands besser an Deutschlands Hauptstadt anbinden. In Folge dieser Infrastrukturmaßnahmen würde dann die Attraktivität dieser Städte als alternative Bürostandorte im Zuge der aktuellen B- und C-Lagen-Diskussion verbessert werden.

Schließlich werden Hotel- und Einzelhandelsmarkt durch die Zuschauerströme von Olympia profitieren. Berlin hat dabei den Vorteil, dass die Hotelkapazitäten bereits vorhanden sind und so das Risiko von Überkapazitäten nach den Spielen geringer ist als anderswo. Langfristig wird der Imagegewinn für die Stadt dem bereits jetzt boomenden Tourismus einen weiteren Schub bringen – insbesondere dann, wenn auch Gäste aus Asien und Übersee über den neuen Flughafen in die Stadt strömen können.

Neben den vorhandenen Hotelkapazitäten sind in Berlin anders als in vielen Vorgängerstädten fast alle Sportstätten ebenfalls schon existent. Statt in oftmals nur temporär genutzte Sportarenen kann damit viel Geld in die Infrastruktur und andere Bereiche fließen. Im Fazit wird Olympia auf den Immobilienmarkt direkt und indirekt eine nicht zu unterschätzende Wirkung haben vor allem in pukto Image, Infrastruktur und Wohnungsmarkt. Aber auch die Wirtschaft und damit der gewerbliche Immobilienmarkt werden von Olympia auf lange Sicht profitieren.

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