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Von wegen alles nur Bratwurst: Warum die Metropolregion Nürnberg einer der besonders gut brutzelnden B-Standorte ist

Ja, ich geb‘s ja zu. Letztes Wochenende war ich „3-im-Weggla“ essen – das Nürnberger Bratwurstgericht schlechthin. Ich hatte Besuch von Freunden und die wollten eben „typisch Nemberch“. Das gab’s dann auch in Form der beliebt-bekannten klein-kurzen Würstchen. Nur nicht in einem der zahlreichen Traditionslokale entlang der Pflastergassen, sondern ungleich cooler aus der Foodtruck-Dose, einem Startup-Imbiss in Form einer überdimensionierten Getränkedose. Das hausgemachte Erfolgsrezept: Bratwurst-Kreationen 2.0 – von Bratwurst mit Musik bis zum Hot Dog. Mittlerweile gibt es neben Franchise-Außenstellen, die bis ins österreichische Nachbarland reichen, auch einen gut laufenden doseneigenen Onlineshop. Success made in Frankonia.

„In Nürnberg dreht sich doch echt einfach alles um die Bratwurst“, stellte mein Besuch fest. Könnte man meinen. Aber weit gefehlt. Die Dosen-Bratwurst-Bude zeigt vielmehr, worum es sich in Nürnberg eigentlich dreht – und sich irgendwie auch schon immer gedreht hat: Um Witz, neue Ideen, um Erfindungsreichtum, kurz: Innovationen.

Wo Globus, Taschenuhr und mp3-Player erfunden wurden, tüfteln heute hunderttausende Hochqualifizierte an Zukunftslösungen für Logistik, Industrie, Energie und Medizin. Die medizintechnischen Systeme für Diagnostik und Labor von Siemens Healthineers haben der Region den Titel als „Medical Valley“ eingebracht. Besonders lebendig powern auch die mehr als 14.000 vorwiegend mittelständisch geprägten Energietechnik-Unternehmen, unterstützt vom Energie Campus Nürnberg, wo fleißig geforscht wird in Sachen Photovoltaik, Stromnetzsteuerung und Co. Die Nürnberger Region und ihre Unternehmen (die bekanntesten: Adidas, Schaeffler, Bosch, Conti Temic, DATEV, Diehl, Ergo Direkt, GfK, I. K. Hoffmann, MAN, N-ERGIE, AREVA, Playmobil, Nürnberger Versicherungsgruppe, Semikron, Siemens, Sparkasse Nürnberg, Staedtler, VAG und Verlag Nürnberger Presse) stehen für und profitieren von einem ausgewogenen Mix aus Global Playern und Hidden Champions aller Branchenzweige, die Erfahrung und Substanz mit frischem Elan und Forschungsdrang verbinden.

So ist es nur folgerichtig, dass die Nürnberger Metropolregion mit ihren 3,5 Millionen Einwohnern nicht nur zu den zehn großen Wirtschaftszentren Deutschlands gehört, sondern mittlerweile auch unter den High-Tech-Spots Europas eine Spitzenposition einnimmt. Jedes Jahr wird hier ein Bruttoinlandsprodukt von über 118 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ist ein Fünftel mehr als die gesamte jährliche Wirtschaftsleistung Ungarns. Auch dank der Exportorientierung: Handel und Austausch florieren. Durch ihre zentrale Lage an Autobahn- und Schienenknotenpunkten sowie am Main-Donau-Kanal mit dem größten Güterverkehrszentrum Süddeutschlands ist die Region mit ganz Europa vernetzt – bis hin zum Schwarzen Meer.

Dafür, dass der Standort auch in Zukunft so lebendig und qualifiziert bleibt, sorgen ausreichend Nachwuchs und geistige Think Tanks: 30 Hochschulen und zahlreiche Forschungszentren befinden sich im Umkreis und befeuern neue Unternehmungen. Nürnbergs Gründerszene ist äußerst lebendig. Gerade der Dienstleistungssektor wächst enorm – entsprechend hoch ist die in der Hauptsache durch Banken und Finanzdienstleister getriebene Nachfrage nach geeigneten Büroflächen. Und entsprechend stellen sich auch die Zahlen und Entwicklungen auf dem Markt für Büroimmobilien dar: Gerade in den letzten fünf Jahren hat sich der Büroflächenleerstand erheblich reduziert – auf eine Leerstandsquote von nur noch 5,1 Prozent, in der Innenstadt sogar unter drei Prozent. Was kein Wunder ist, wenn man auf den Büroneubau blickt, der kaum neue Flächen in die Pipeline bringt. Knappes Angebot heißt gute Zeiten für die Spitzenmieten, die mit 14,25 Euro pro Quadratmeter aktuell so hoch liegen, wie nie zuvor.

Allerdings scheinen die kommenden Jahre in Sachen Neubauten wieder aktiver zu werden: Im gut angebundenen Nürnberger Nordwesten stand das fränkische Traditionsunternehmen Quelle jahrzehntelang für das deutsche Wirtschaftswunder. Jetzt steht das Gelände leer – der mit über 250.000 m² zweitgrößte Leerstand in Deutschland – und soll unter dem Projektnamen „Das Q“ in ein Einkaufszentrum samt Nutzung für Büro, Wohnen und Hotel verwandelt werden. In Nürnberg Lichtenreuth ist auf einem 90 Hektar großen Areal inmitten der Stadt gar ein gänzlich neuer Stadtteil mit Wohnen und Gewerbe geplant. Dabei spielt das „Wo“ in Nürnberg weniger eine Rolle als das Gebäude selbst. Modernität und Ausstattung haben in Nürnberg einen größeren Einfluss auf den Mietpreis als der Teilmarkt – abgesehen von der zentralen Lage der Innenstadt.

Fazit: Nürnberg bietet Investoren Sicherheit und Stabilität bei noch immer guten Renditen. Positive Bevölkerungsprognosen und eine gute wirtschaftliche Entwicklung beleben den Immobilienmarkt. Hinzu kommt die hohe Lebensqualität – nach Mercer kommt die Noris weltweit auf Platz 24! Und mehr denn je ist Nürnbergs sprudelnder (oder im Sinne der Bratwurst: brutzelnder) Erfindergeist Impulsgeber für die Unternehmungen von morgen. Wo könnte man besser in die Zukunft investieren?!

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